Musterschreiben Kündigung wegen Eigenbedarf

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 11. März 2012 - 10:47

Guten Morgen! Könnte mir bitte jemand ein Musterschreiben hinsichtlich einer Kündigung bzgl. Eigenbedarf verfassen? Ich habe gehört, man muss in der Hinsicht auf viele Kleinigkeiten achten, damit die Kündigung rechtswirksam ist. Herzlichen Dank schon einmal. Gruß, Günther Anmerkung der Moderation: Beispieldatei wurde hinzugefügt

Nachtrag: Falls jemand noch einige berechtigte Gründe für den Eigenbedarf wissen möchte, kann das hier nachlesen: http://www.jurarat.de/moegliche-gruende-fuer-ein-berechtigtes-interesse-...

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Kündigung des Mietverhältnisses

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider sehe ich mich gezwungen, das mit Ihnen am ............. geschlossene Mietverhältnis über die Wohnung in der.............. - in der ....... in Etage - ordnungsgemäß unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist zum nächstmöglichen Termin, folglich dem ........ zu kündigen, gem. § 573 c Abs. 1 BGB.

Die Kündigung erfolgt wegen Eigenbedarfs gemäß § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB.

Hier eine detaillierte Darstellung, wer die Wohnung zukünftig benutzen wird (Vermieter, Angehörige, Verwandte)- die Beschreibung des tiefen Verwandtschaftsgrades bzw. das besondere Näheverhältnis muss verdeutlicht werden. Es ist notwendig den Namen, die Anschrift, das Alter und die Berufstätigkeit anzugehen.

Die Gründe, wieso das derzeitige Wohnverhältnis für die Person nicht ausreicht und wieso für die Person Eigenbedarf beantragt wird. Dabei können auf gesundheitliche Gründe, Platzmangel, gestörte Familienverhältnisse, Familienzuwachs, berufliche Gründe hinsichtlich der Fahrzeit zur Arbeit.

Dabei sollten alle Gründe, die eine Eigenbedarfskündigung rechtfertigen angegeben werden.

Eine anderweitge Wohnung, die ich Ihnen gerne angeboten hätte, habe ich leider nicht zur Verfügung.

Ich weise Sie darauf hin, dass Sie der Kündigung gemäß § 574 BGB widersprechen können. Ein etwaiger Widerspruch muss spätestens zwei Monate vor Beendigung mir gegenüber schriftlich erklärt werden, gem. § 574 b Abs. 1 BGB. Die Gründe für den Widerspruch, in welchen Sie eine nicht zu rechtfertigende Härte sehen, bitte ich mir im Einzelnen darzulegen und zu begründen.

Einer Fortsetzung des Mietverhältnisses über den Beendigungszeitpunkt hinaus widerspreche ich bereits jetzt, gemäß § 545 BGB.

Auch möchte ich erwähnen, dass ich die Fortsetzung des Mietverhältnisses ablehne, wenn Sie mir den Widerspruch nicht spätenstens zwei Monate vor der Beendigung des Mietverhältnisses erklären, gem. § 574 b Abs. 2 BGB.

Ich bitte darum, die Wohnung spätestens bis zum Ablauf der Kündigungsfrist, folglich dem ...... zu räumen.

Dies nur erwähnen, wenn es Bestandteil des Mietvertrages ist:

Nach dem Mietvertrag haben Sie die Pflicht, Schönheitsreparaturen auszuführen. Ich möchte Sie höflichst darum, dies pünktlich bis zum Auszug zu erledigen, so dass Sie mir die Wohnung dann einschließlich sämtlicher Wohnung- und Haustürschlüssel fristgerecht spätestens zum Ablauf der Kündigungsfrist, folglich dem ..... übergeben können.

 

Ich möchte erwähnen, dass ich gemäß § 546 a BGB berechtigt bin, im Falle einer verspäteten Rückgabe als Entschädigung die weitere Zahlung der vereinbarten Miete verlangen kann. Sollten die vertraglich vereinbarten Schönheitsreparaturen nicht erbracht werden, muss ich diese auf Ihre Kosten durch einen Fachhandwerker ausführen lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

hallo
sowas habe ich jetzt auch benötigt
danke

Kurz gesucht und schon was brauchbares gefunden. Dank!

Vielen lieben Dank ;) Einmal gesucht und gleich gefunden ...
Damit wurde mir eine Menge Arbeit erspart.
Ich bedanke mich recht herzlich und wünsche dem ganzen Team eine schöne Vorweihnachtszeit ....
DANKE

hallo zusammen,habe seit einiger zeit probleme mit meinen mietern im nachbarhaus meiner eltern und möchte ihnen ordnungsgemäß wegen eigenbedarf kündigen. meine frage an alle:sollte ich das schreiben selber verfassen und ihnen vorlegen oder sollte es von einem rechtsanwalt kommen???die momentane situation von mir ist - ich bewohne das dachgeschoss im elternhaus, welches auch gleichzeitig das nachbarhaus ist - evtl fällt dem ein oder anderen zu dieser situation was ein was ich beachten sollte.ich sag jetzt schon mal allen danke die mir was dazu beisteuern können

Hallo Christian,

das Schreiben sollte auf alle Fälle von den Eigentümern des Nachbarhauses an die Mieter dieses Hauses zukommen.

Hierbei ist es wichtig, dass die Mieter Ihrer Eltern Kenntnis davon erlangen. Das ist auch wichtig für Sie - weil Ihre Eltern zum Zeitpunkt eines Streitfalles beweisen müssen, wann das Schreiben bei ihren Mietern eingegangen ist.

Empfehlen würde ich bei kritischen Verhältnissen zu den Mietern und bei vorhersehbaren Schwierigkeiten, dass die Mieter bei Erhalt des Eigenbedarfkündigungschreibens ein Empfangsbestätigungsschreiben unterschreiben.

So können Sie oder Ihre Eltern jederzeit beweisen, dass die Mieter Ihr Schreiben bzgl. der Eigenbedarfskündigung erhalten haben. Das würde ich formell so anstellen, dass ich die Empfangsbestätigung hinter die Eigenbedarfskündigung in zweifacher Ausfertigung zum Mieter mitnehmen würde und Sie bei Erhalt der Eigenbedarfskündigung das Schreiben in zweifacher Ausfertigung unterschreiben lassen würde. Das eine bewahren Sie bitte sorgfältig in Ihren Unterlagen auf.

Eine Empfangsbestätigung könnte ungefähr so aus:

Empfangsbestätigung des Kündigungsschreiben vom TT. Monat JJJJ

hiermit bestätige ich, (Name, Vorname der Mietpartei), dass ich die Kündigung des Mietvertrages vom _________________________ zum Ablauf des Monats ___________, folglich zum TT. Monat JJJJ, erhalten habe und zur Kenntnis genommen habe. Das Kündigungsschreiben bzgl. des Eigenbedarfes wurde mir persönlich durch den Kündigenden, (Name, Vorname des Vermieters) am ___________________ übergeben.

______________________________________________
Unterschrift: Mietpartei

Einen Anwalt würde ich erst bei ernsthaften Streitigkeiten mit der Mietpartei in Betracht ziehen.

Aber diese Situation können Sie dennoch als Jemand, der vor Ort ist, besser einschätzen. Sie sollten dennoch aufpassen, dass die Eigenbedarfskündigung rechtmäßig erfolgt.

Falls eine vorgetäuschte Eigenbedarfskündigung erfolgen sollte und der Mieter hiervon Kenntnis erlangen sollte und vor Gerichten ziehen sollte, sollte der Vermieter mit Schadenersatz rechnen - Urteil vom 13. Januar 2012 (http://www.justiz.bayern.de/gericht/ag/m/presse/archiv/2013/03796/index.php)

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben.

Hallo zusammen,meine Mutter besitzt ein vermietetes Mehrfamilienhaus (3 Parteien). ich habe mich vor kurzem von meinem Lebensgefährten getrennt und ich möchte nun in eine der Mietwohnungen einziehen. Hier würde meine Mutter einem Mieter, der bereits seit 6 Jahren im Haus wohnt, wegen Eigenbedarf kündigen. Reicht es hier aus, diese Trennung als Grund anzugeben oder sollte man hier auch eine zukünftige Familienplanung von mir mit angeben? Es handelt sich dabei nicht um den Mieter, der als letztes eingezogen ist, ist das ein Problem? Die Wohnung wurde wegen der passenden Größe ausgesucht. Eine weitere Wohnung ist kleiner, dieser Mieter ist als letztes eingezogen.Vielen herzlichen Dank für die Hilfe bereits im Voraus.MfG, Julia

Hallo Julia,

grundsätzlich muss aus der Eigenbedarfskündigung für den Mieter ersichtlich sein, wieso genau diese Wohnung benötigt wird. D.h. Sie müssen auch erklären können, wieso Sie beispielsweise nicht in eine andere Wohnung in der Umgebung ziehen können. Es reicht nicht aus, dass Sie die Tochter sind und dort einziehen wollen.

Sie sollten sehr gut begründen, wieso Sie diese Wohnung benötigen. Falls es zu einem Rechtsstreit kommt, werden Sie feststellen, dass die Gerichte hohe Hürden für Eigebendarfskündigungen legen, damit diese nicht mißbraucht werden um etwaige lästige Mieter loszuwerden.

Grundsätzlich müssen Sie nicht in die kleinste Wohnung ziehen, sondern wenn es gute Gründe gibt, wieso Sie eine bestimmte Wohnung benötigen, dann muss der Mieter das akzeptieren. Sehr wichtig ist allerdings, dass Sie dem Mieter, falls vorhanden, dann eine andere, freie Wohnung anbieten. Sonst ist die Kündigung nichtig.

Sie müssen auch nicht dem Mieter kündigen, der als letztes eingezogen ist. Sie sollten allerdings etwaige Härtefälle bedenken, bsp. falls der Mieter aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht so einfach in eine andere Wohnung ziehen kann.

Und zuletzt sollten Sie die Kündigungsfristen beachten, die sich ja verlängern. I.d.R. stehen die genauen Fristen im Mietvertrag.

Wenn Sie diese Punkte beachten, und gute Gründe haben, wieso Sie die Wohnung benötigen, dann dürfte es nicht zu irgendwelchen Schwierigkeiten kommen.

Aber wie bei allen Fällen empfehle ich Ihnen sich zuerst mit dem Mieter zu besprechen und eine Lösung zu finden, mit der alle leben können.

Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben.

Viele Grüße,
Peter

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