Das Recht auf Namensänderung & Änderung von Dokumenten

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 18. Februar 2013 - 14:50

Guten Tag.

Ich möchte meinen Namen ändern lassen. Nur mal angenommen ich heiße Hans Günther Koch (ohne Bindestriche!!!).

Mein 2. Vornamen habe ich von meinem Pantenonkel bekommen. Der heißt nämlich Günther. Ich wurde aber immer Hans genannt. Nun möchte ich meinen Rufnamen Hans in Günther ändern. Kann ich das so einfach? Und wie sieht das mit Dokumenten aus? Habe ich das Recht auf Zeugnissen und Schriftverkehr mit Behörden wie Krankenkasse oder Arbeitsamt meinen Zweiten Vornamen drauf ändern zu lassen.

Und was ist mit meinem Nachnamen?

Wenn mein Patenonkel Günther Schmidt heißt, kann ich dann auch seinen Nachnamen annehmen und diesen dann (vorrausgesetzt ich kann natürlich meinen Nachnamen ändern lassen und den Nachnamen meines Patenonkels annehmen) auf alle Dokumente wie oben beschrieben auch ändern lassen?

Oder kann ich nur einfach meinen Rufnamen ändern aber nicht meinen Nachnamen?

Freundliche Grüße.

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Hallo,

Bezugnahme zur Ihrer Schilderung:

Änderung des Rufnamens:

eine Rechtsgrundlage i.S.d. Namensänderungsgesetzes für die Änderung des Rufnamens gibt es nicht. Wenn eine Person mehrere Vornamen hat, steht es ihm frei, welchen er unter den mehreren Vornamen als Rufnamen gebrauchen will.

Daher muss die Änderung des Rufnamens weder angemeldet werden noch bedarf es einer behördlichen Zustimmung.

In einem solchen Fall würden Sie praktisch Ihrer Umgebung mitteilen, dass Sie eher gerne mit dem Rufnamen „Günther“ gerufen werden wollen und nicht mit „Hans“. Der bürokratische Alltag jedoch nimmt aus Gewohnheit immer den ersten Namen im Pass. Das müssten Sie dann so hinnehmen.

Streichung des einen Vornamens:

Etwas anders gilt jedoch, wenn Sie den Vornamen „Hans“ streichen lassen würden. In einem solchen Fall würden Sie auch im bürokratischen Alltag nur einen Vornamen besitzen und die Behörden würden sodann stets diesen Vornamen übernehmen, folglich „Günther“.

Eine Streichung eines der Vornamen ist nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich, gem. § 3 Abs. 1 NamÄndG (http://www.gesetze-im-internet.de/nam_ndg/__3.html). Denn grundsätzlich gilt das Namensrecht in Deutschland, was nicht ohne Grund geändert werden kann.

Ob dieser gegeben ist, ist immer von Einzelfall abhängig. Wenn Sie schon seit Jahren immer mit dem Namen „Günther“ auftreten und sich eher mit dem Namen identifizieren als mit „Hans“ könnte dies einen wichtigen Grund für die Streichung des Vornamens darstellen. Jedoch müssten Sie hierfür genauer beschreiben, wieso Sie den Vornamen streichen wollen.

Vorteilhaft wäre in einem solchen Zusammenhang, wenn Sie bereits behördliche Dokumente hätten, wo Sie nur mit dem „Vornamen Günther“ bezeichnet wurden. Dies würde Ihren Wunsch in Zukunft weiterhin mit dem Vornamen auftreten zu wollen und so bezeichnet zu wollen, unterstreichen.

Bzgl. der Änderung des Nachnamens müssen Sie auch einen wichtigen Grund vorlegen. Jedoch sind die Änderungen des Nachnamens etwas schwieriger als beim Vornamen. Familiennamen könnten Sie eventuell ändern, wenn Ihr Patenonkel Sie adoptiert. Oder Ihr jetziger Familienname einen ehrverletzenden Charakter besitzt oder Sie anderweitige Gründe vorlegen können, wieso Sie eine Änderung des Familiennamens wünschen.

Den Antrag auf Namensänderung müssen Sie beim zuständigen Amt – Ordnungsamt, Rechtsamt, Standesamt etc. – einreichen. Dann erhalten Sie ein Schreiben, in der Ihnen mitgeteilt wird, welche Unterlagen noch benötigt werden, bspw.:

  • gültiger amtlicher Lichtbildausweis
  • Personenstandsurkunden zum Nachweis der derzeitigen Namensführung bzw. Auszug aus dem Personenregister (beim Standesamt, wo die Geburtsurkunde beantragt wurde, beantragen)
  • Führungszeugnis (für Personen ab dem 14. Lebensjahr)
  • Nachweise über Behinderungen durch die derzeitige Namensführung
  • Einkommensnachweise 

Sie müssen ungefähr Gebühren i.H.v. 2,50 bis 250,00 EUR in Kauf nehmen. Von diesen Kosten könnten Sie teilweise befreit werden, wenn Sie mithilfe eines formlosen Schreibens mitteilen, dass Sie keine finanziellen Möglichkeiten haben, diese zu bezahlen, folglich durch Nachweis von SGB II-Bescheid etc.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben.

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