Zwillinge Rückerstattung

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 5. Januar 2014 - 13:52

Hallo zusammen

Wer kann mir helfen. Ich habe im Juni 2010 Zwillinge bekommen. Nun gibt es ein Urteil wo das Elterngeld bei Mehrlingen angepasst wurde. Somit hat meine Kollegin 4800 EUR zurückerstatt bekommen. Ich bin im Dezember 2011 in die Schweiz gezogen (nach dem Elterngeld) nun meine Frage: Bekomme ich nun die 4800 EUR ebenfalls zurück erstattet?

 

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Hallo,

ich denke, dass dies möglich ist. Da die Rückerstattung "rückwirkend" erfolgt, d.h. auf den Zeitraum, wo Sie das Elterngeld erhalten haben und der "Elterngeldbescheid" ausgestellt wurde. Da Sie damals elterngeldberechtigt waren, sind Sie dies nach wie vor auch. Daher spielt es keine Rolle, ob Sie in Deutschland oder nun in der Schweiz sesshaft sind.

Jedoch sollten Sie den sozialgesetzlichen Stichtag für die Rückerstattung einhalten. Denn die Rückerstattung des Elterngeldes erfolgt nicht grenzenlos.

Auf der Seite des Bundesministerium steht, dass

  • Anträge für eine rückwirkende Erstattung des Elterngeldes für die Bezugszeiten ab dem 1. Januar 2009  bis zum 31. Dezember 2013 gestellt sein müssen

und

  • Anträge für eine rückwirkende Erstattung des Elterngeldes für die Bezugszeiten ab dem 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2014 gestellt werden muss,

damit die Frist gewahrt ist und der Anspruch geltend gemacht werden kann.

D.h. dass wenn ein entsprechender Antrag bis zum 31. Dezember 2013 bei der zuständigen Elterngeldstelle eingeht, so ist eine Zahlung rückwirkend für Zeiten ab dem 1. Januar 2009 möglich. Geht ein Antrag bis zum 31. Dezember 2014 bei der zuständigen Elterngeldstelle ein, ist eine Zahlung rückwirkend für Zeiten ab dem 1. Januar 2010 möglicht.

Hierfür ist zunächst ausreichend, wenn die Elterngeldstelle durch einen schriftlichen Hinweis darüber in Kenntnis gesetzt wird, dass Elterngeldansprüche geltend gemacht werden.

(Quelle: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/familie,did=202246.html)
 

Viel Erfolg bei der Antragsstellung.

Vielen Dank für die Info. Ich habe den Brief an die L- Bank abgeschickt. Da wir erst 2010 das Elterngeld bekommen haben, ist die Frist - wie ich verstehe - bis 31.12.2014. Somit sollte das kein Problem sein. Ich bin gespannt ... Und hoffe es klappt.

Gerne doch. Ich bin sehr zuversichtlich, dass es klappen wird. Da Sie damals anspruchsberechtigt waren, d.h. Sie haben Ihr Kind selbst betreut und hatten Ihren Wohnsitz in Deutschland. Der Elterngeldbescheid wurde auch ausgestellt und Sie haben das Elterngeld erhalten. Sie machen nur noch Ihren Anspruch rückwirkend geltend. D.h. für den Zeitraum, wo Sie ohnehin berechtigt gewesen sind. Die damaligen Umstände sind relevant und nicht die heutigen.

Ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen.

Hallo, sobald ich von der L-Bank eine Antwort erhalten habe, gebe ich Bescheid. Falls es Probleme gibt, werde ich einen Anwalt dazu ziehen. Ich denke das lohnt sich.

Liebe Andrea,

bei der Prüfung, ob ein zusätzlicher rückwirkender Anspruch auf Elterngeld besteht, ist entscheidend, ob der Anspruch zu dem damaligen Zeitpunkt gegeben war. D.h. auch wenn Sie heute in der Schweiz leben, hat das keine Auswirkungen auf Ihren Elterngeldanspruch.

Da damals ein Elterngeldbescheid für Sie (hinsichtlich Ihrer Zwillinge) ausgestellt wurde, waren Sie auch elterngeldberechtigt, sodass Sie einen rückwirkenden Anspruch auf Elterngeld haben - unabhängig davon, ob Sie heute in der Schweiz leben.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und auf eine schnelle Bearbeitung Ihrer Antragstellung.

Hallo nochmal,

nun habe ich nochmal eine Frage:

Ich habe mit der L-Bank telefoniert und sie haben mir bestätigt sicher die 4800 EUR, das heißt 8 x 600 EUR zu bekommen.

Sie haben mir nun aber noch gesagt, ich habe die Möglichkeit für den älteren Zwilling den 13. und 14. Monat zu beantragen, wenn ich nicht gearbeitet habe. Oder nur in den Stunden gearbeitet habe.  Der 13. und 14. Monat würde heißen Juni 2011, Juli 2011 und August 2011.

Nun meine Frage:

Ich habe nicht mehr Stunden gearbeitet, habe aber das Arbeitsverhältnis per Ende Juli 2011 gekündigt und somit noch Gratifikationen (Anrecht auf 13. Monatslohn etc.) erhalten und komme somit auf eine viel höhere Lohnabrechnung als in den Monaten zuvor.

Zweite Frage:

Mein Mann hat in der Zeit einen Monat gar nicht gearbeitet, aber das Elterngeld nicht beantragt, kann er dies nun machen für den Monat, wo er nicht gearbeitet hat?

Und die dritte Frage:

Mein Mann ist vorher in die Schweiz gezogen, ich glaube per 01.08.2011 spielt das eine Rolle, wenn ich nun noch das Geld für den 13.+14. Monat bekommen würde - ich war zu dieser Zeit noch in Deutschland.

Vielen Dank für die Hilfe!

Hallo Andrea,

Sie können rückwirkend nur für die Zeiträume Elterngeld für den einen Mehrling beantragen, wo Sie tatsächlich auch Elterngeld erhalten habe. Und auch nur derjenige, der tatsächlich Elterngeld beantragt hat.

Eine neue Konstellation der Aufteilung des Elterngeldes ist somit nicht gestattet für eine rückwirkende Rückerstattung des Elterngeldes.

Falls Sie in Zukunft ein Kind bekommen sollten, wäre dies bspw. eine Gelegenheit mit dem Vater des Kindes Elterngeld zu verschiedenen Monaten zu beantragen. Auf diese Weise könnten die 12 Monate auf 14 Monate für den Bezug des Elterngeldes verlängert werden.

Dies erstmals zu Ihrer zweiten und dritten Frage.

Zu Ihrer ersten Frage:

Entscheidend für die Höhe des Elterngeldes ist das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen.

Um die Höhe des einkommensabhängigen Elterngeldes zu berechnen,  wird das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen des Antragstellers/ der Antragstellerin der letzten zwölf Kalendermonate vor dem Geburtsmonat des Kindes ermittelt.

Von dem Bruttoeinkommen werden sodann Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Dabei fließen bspw. Lohnfortzahlungen während eines Urlaubs oder einer Krankheit als Erwerbseinkommen in die Berechnung mit ein.

Jedoch werden Bezüge wie bspw. Einmalzahlungen, wie das 13. oder 14. Monatsgehalt, einmalige Abfindungen und Leistungsprämien, nicht fortlaufende Urlaubsgelder und Gratifikationen nicht als Erwerbseinkommen in die Berechnung einbezogen.

Auch steuerfreie Einnahmen bzw. Entgeltbestandteile (z.B. steuerfreie Zuschläge, Trinkgelder) bleiben außer Betracht.

Lediglich Umsatzbeteiligungen oder Prämien, die mehrfach im Jahr ausgezahlt werden,  sind Bestandteil des Erwerbseinkommens. Diese beiden Einnahmen werden nach § 2 Abs. 7 S. 2 BEEG unter den „sonstigen  Bezügen“  i.S.d § 38 a Abs. 1 S. 3 EStG subsumiert und definieren sich als Arbeitslohn, der nicht als laufender Arbeitslohn ausgezahlt wird. Darunter fallen insbesondere leistungsbezogene Gehaltsbestandteile, die nicht fortlaufend gezahlt werden.

Vielen Dank für die Information. Was mich eben verwirrt ist, dass die L-Bank am Telefon gesagt hat, ich könne, wenn ich im Monat 13 und 14 nicht oder nur bedingt gearbeitet habe diese beiden Monate für den jüngeren Zwilling beantragen?

Und wie ist das mit dem Finanzamt? Ich wohne nun in der Schweiz und das Kalenderjahr 2011 ist beim Finanzamt abgeschlossen und ich werde keine Steuererklärung mehr in Deutschland einreichen. Muss ich die Nachzahlung von den geschätzten 4800 EUR versteuern und wenn ja wie?

Vielen Dank!

Ich würde Ihnen empfehlen bei dem Finanzamt in der Schweiz anzurufen oder hier in Deutschland und diese dann nachfragen, wie man in einer solchen Fall zu verfahren hat.

Falls Ihnen die L-Bank die Möglichkeit angeboten hat, den 13 und den 14 Monaten auch noch beantragen zu können, dann steht dem nichts im Wege es zu beantragen. Wichtig ist nur, dass Sie dies bei der Antragstellung auch so angeben.

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