Werkvertrag, Schadensersatz und Vertragskündigung?

Gespeichert von Lukas1981 am 15. März 2017 - 18:23

Ich habe einen Werkvertrag mit einer Agentur geschlossen, bei der es um die Erstellung von Texten ging. Seit ein bis zwei Monaten ärgerte ich mich, dass ich der Agentur wegen einzelner Honorare immer wieder "nachrennen" musste, sprich, Erinnerungsemails schreiben musste. Zusätzlich gefiel mir der Umgangston der Agentur, also meinem Auftraggeber, mit mir als Auftragnehmer in vielen Details nicht mehr.

Nun bin ich Anfang März mit dem Fahrrad gestürzt und wurde sogar mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Ein paar Tage darauf war ich bei einem Allgemeinarzt zur Nachuntersuchung - es war zwar nichts gebrochen, aber die Abschürfungen/Prellungen, auch an meiner Schreibhand, sehr stark/großflächig. Im Krankenhaus erklärte man mir, ich solle mehrere Tage das Bett hüten - ich fühlte mich auch nach nichts anderem. 

Am selben Tag, an dem ich den Sturz hatte, rief ich die Agentur an, um sie darüber zu verständigen. Da der Agenturleiter einen sehr barschen Tonfall mit den Autoren pflegt, war das Gespräch schwierig. Ich gab aber an, was passiert war, und dass ich zur Zeit keine Aufträge bearbeiten könne. Er reagierte sehr unwirsch und verlangte Nachweise, weil er pauschal mich als Lügner hinstellte. Ich habe den Arztbrief des Krankenhauses und mein Besuch bei der Ärztin ist ja auch dokumentiert, habe der Agentur aber noch nichts davon geschickt, 

Erstens, weil ich nicht einssah, wieso meine fernmündliche Verständigung nicht genügt. Zweitens erklärte der Agenturinhaber noch am selben Tag per SMS, er wolle die Zusammenarbeit einstellen. Ich schrieb ihm per SMS, dass ich im Bett liege und mich mit ihm nicht weiter auseinandersetzen könne, und ich ihm noch mitteilen würde, ob ich ebenfalls die Zusammenarbeit beenden möchte. 

Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, schrieb ich ihm am nächsten Tag ein Email, dass ich ebenfalls die Zusammenarbeit beenden möchte, also den Werkvertrag kündige. Neben seinem Umgang mit mir gab ich an, dass die Honorarzahlungen in letzter Zeit schleppend waren. 

Danach ging der Terz allerdings richtig los. Er schrieb mir pausenlos Emails, er würde mich anzeigen, verklagen, ich sei ein Betrüger, er verlange 5stelligen Schadensersatz usw. Ich konnte mir daraus keinen Reim machen. Ich zählte aber zusammen, was er mir an Honoraren für erstellte Texte noch nicht überwiesen hatte, und kam auf rund 3.500 Euro. 

Ich schickte ihm dazu eine Zahlungserinnerung per Einschreiben Einwurf, die angekommen ist. Er schickte mir per Email gestern eine Rechnung über Schadensersatz, den er von mir verlangen möchte. Allerdings ist diese Rechnung mit dem Rechnungsdatum 12.12.2016 versehen und der Angabe Zahlungsziel 7 Tage. Welche Bedeutung das Datum 12.12.2016 haben soll, weiß ich nicht - das ist nicht das Datum, an dem ich für die Agentur zu schreiben begann. Die Summen, die er auflistet, ergeben auch keinen Sinn und sind nicht begründet. Ich schrieb ihm zurück, seine Rechnung sei inhaltlich und formal nicht nachvollziehbar. Er gab per Email an, meiner Zahlungserinnerung wiedersprechen zu wollen, weil die Werke darauf gar nicht geliefert worden sind - was nicht stimmt. Er schrieb das aber nur und zitierte keine Belege. Ich schrieb ihm zurück, ich könne seinen Widerspruch nicht nachvollziehen. 

Nachdem er mir regelmäßig mit Inkassobüros, Factoring-Kanzleien und 5stelligen Forderungen drohte, aber nie konkret dazu Angaben machte, schrieb ich ihm regelmäßig nur zurück, dass ich das nicht ernst nehmen könne. Nun hat aber tatsächlich ein Anwalt für Urheberrecht mir per Email (?) geschrieben, er vertrete die Agentur und werde in den nächsten Tagen eine Stellungnahme abgeben. 

Das war jetzt die Kurzzusammenfassung. Bei wichtigen Details, die nicht vorkommen, bitte nachfragen. 

Was soll ich von dem ganzen halten? Meine persönliche Meinung: Diese Agentur ist nicht "koscher". Liege ich hier falsch? Was kann ich von diesem Anwalt erwarten? Habe ich eine reelle Chance, das Honorar, für das ich ja auch gearbeitet habe (also Werke geliefert habe), noch zu sehen? Was muss ich hier im weiteren Vorgehen beachten!

 

Vielen Dank schonmal!

 

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