Verfahrenskostenhilfe: Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse – Ausbildungsförderung, Stipendium, Job

Gespeichert von nvm am 1. März 2016 - 19:20

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor vier Jahren gab es ein Gerichtsverfahren, weil eines meiner Elternteile keinen Unterhalt zahlt und auch nicht zu Auskünften über das Einkommen bereit war, die das Amt für Ausbildungsförderung jedoch benötigt, um meinen Bedarf zu ermitteln.
Damals war ich 18 Jahre alt, habe die Oberstufe eines Gymnasiums besucht und zu Hause gewohnt, nicht gearbeitet. Vermögen war keines vorhanden, auch nicht in Form eines Spar- oder Girokontos.
Mir wurde also damals auf Antrag Verfahrenskostenhilfe bewilligt.

Jetzt habe ich ein Schreiben bekommen, in dem ich erklären soll, ob und wenn ja wie sich meine persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse geändert haben.
Wie hoch die Verfahrenskosten sind, kann ich leider nicht beurteilen, wird auch nirgendwo erwähnt.

Ich bin 22 Jahre alt, ausgezogen und studiere. Ich beziehe Ausbildungsförderung nach BAföG, bekomme ein Stipendium und arbeite.
Es ist jedes Jahr eine unendlich mühselige Prozedur ist, die Auskünfte meines Elternteils zu erlangen, die ich benötige, damit der Bescheid nach BAföG ergeh. Denn obwohl ich beispielsweise für den Bewilligungszeitraum 2015/16 bereits im Juni 2015 den Antrag gestellt habe, erhalte ich bis zum heutigen Tage keine monatliche Zahlung; Begründung: die Angaben des Elternteils fehlen nach wie vor.
Zum Glück erhalte ich das Stipendium, denn so muss ich neben meinem Studium nicht ganz vo viel arbeiten, um mich finanziell über Wasser halten zu können.
Vermögen existiert nach wie vor nicht.

Zum einen muss ich sagen, war mir nicht bewusst, dass ich zur Angabe jedweder Änderung an meinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen in den 48 Monaten nach dem Verfahren über 100€ verpflichtet bin.
Zum anderen würde ich gerne ehrlich Auskunft über meine Lage erteilen. Allerdings befürchte ich, dass dort nur gesehen wird, was ich theoretisch alles habe. Dass ich praktisch nur einen Bruchteil davon besitze und mit Antworten vertröstet werde, mich von Monat zu Monat schleppe und das ironischerweise wegen der gleichen Sachlage, die bereits Gegenstand des Verfahrens war, wird – so befürchte ich – als Einzelschicksal keine Berücksichtigung finden.
Zumal das Stipendium nicht dafür gedacht ist, davon zu leben oder Verfahrenskosten von vor vier Jahren zu begleichen.

Können Sie mir Aufschluss darüber geben, inwiefern meine Sorge berechtigt ist?
Ist die Aussage vertretbar, dass sich meine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse (auf jeden Fall nicht zum positiven) verändert haben?
Oder empfiehlt es sich, mein ganzes Schicksal zu erfassen und auf Verständnis und Berücksichtigung meiner Situation zu hoffen?
Auf welche Summe belaufen sich Verfahrenskosten in einem solchen Fall circa, gibt es da einen Rahmen?

Um Hilfe aller Art, mir ist bewusst, sie ist unverbindlich, bin ich unendlich dankbar.

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