Schulungskosten zurückzahlen, obwohl kein Vertrag unterzeichnet wurde

Gespeichert von Elaviara am 12. September 2015 - 11:38

Hallo,

ich habe vor zwei Monaten eine Schulung als Betreuer für ein Feriencamp mitgemacht. Diese ging ein paar Stunden und mir wurde ein T-Shirt und ein Heft ausgehändigt. Es waren ca. 10 Teilnehmer. Nun war ich mir aufgrund bevorstehender Prüfungen noch unsicher, wann ich genau als Betreuer arbeiten könnte, dies stellte allerdings kein Problem dar, mir wurde der Praktikumsvertrag einfach mitgegeben. Zuhause musste ich dann aber feststellen, dass ich es zeitlich gar nicht schaffe, in einem Feriencamp mitzuhelfen. Nach meiner Absage war der Teamchef sichtlich genervt, aber es war ok. Ein paar Wochen später kam jedoch eine Rechnung, ich solle die angefallenen Schulungs- und Materialkosten zahlen. Das sehe ich aber nicht ein, weil ich nirgends darauf hingewiesen wurde, das ich das machen muss, wenn ich doch nicht als Betreuer arbeiten kann. In den AGB's des Vertrags steht, dass im Falle eines Vertragsabschlusses und des entschuldigten Fehlens, die Kosten zurückerstattet werden müssen, ich habe aber nie einen Vertrag unterzeichnet. Auf eine Email, die ich daraufhin dem Unternehmen schrieb, hat niemand reagiert. Mittlerweile kam die erste Mahnung. Also habe ich noch einmal dort angerufen, aber auch da wurde nur um den heißen Brei geredet, ich hätte ja wenigstens die Materialien zurück schicken können, dann hätte man mir keine Rechnung geschickt, bla bla. Aber auch das hat mir nie jemand gesagt, noch habe ich das irgendwo gelesen... mal davon abgesehen war das sicherlich nur so daher gesagt.

Meine Frage nun: eigentlich bin ich doch im Rechten, oder? Wie soll ich weiter vorgehen? Alle raten mir ich solle abwarten und nicht zahlen, denn sie haben nichts in der Hand. Aber unsicher bin ich mir dennoch.

Danke für eure Antworten :)

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Liebe Elaviara,

es muss nicht immer ein schriftlicher Vertrag unterzeichnet werden, damit ein Vertrag zustande kommen kann. Die alleinige Teilnahme an einigen Stunden an einer Schulung kann schon ein Vertrag begründen.

Wurde dir denn vorher gesagt, dass du bei Teilnahme an der Schulung Kosten zu tragen hast? Wenn ja, müsstest du das Geld zahlen, wenn du darauf hingewiesen wurdest und du trotzdem es abgesagt hast und die Materialien angenommen hast.

Wurdest du jedoch nicht darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Teilnahme an der Schulung kostenpflichtig ist und die Materialien ebenfalls kostenpflichtig sind, musst du die Mahnung nicht begleichen. Denn in einem solchen Fall hat das Unternehmen es unterlassen, dich über deine Rechte und Pflichten zu informieren.

Ich würde an deiner Stelle nochmals versuchen, den Sachverhalt so wie du es hier geschildert hast, nochmals per Mail bei dem Unternehmen zu schildern. Falls das mit der E-Mail nicht gut klappt, würde ich dir wärmstens empfehlen per Einschreiben per Rückschein dem Unternehmen dein Schreiben zu versenden. Damit du wenigstens einen Nachweis darüber hast, dass du etwas getan hast.

 

Liebste Grüße,

Melanie
 

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