Ruhestörungen seit 2 Jahren

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 10. Oktober 2013 - 11:34

Seit 2 Jahren habe ich Probleme mit dem Sohn meines Nachbars. Der Sohn hat sein Zimmer genau unter meinem Schlafzimmer. Ständig singt er nachts.

Ich habe ein Jahr versucht mit Vater und Sohn zu reden, es hat sich nichts geändert. Ich kann kaum schlafen, da er immer zwischen 23:00 - 05:00 Uhr singt, immer in den Ruhezeiten.

Seit einem Jahr habe ich die Hausverwaltung eingeschaltet, es werden Gespräche geführt hin und her. Ich führe seit einem Jahr Lärmprotokolle, ich kann kaum schlafen, bin total übermüdet.

Der Vater des Sohnes hat schon 4 schriftliche Abmahnungen erhalten, keine Besserung in Aussicht. Ich werde beschimpft, beleidigt sogar mit einer Anzeige wegen Stalking bei der Polizei wird mir angedroht.

Die Hausverwaltung lässt alles schleifen, meiner Meinung nach ist die zuständige Mitarbeiterin da eine totale Fehlbesetzung. Seit Januar 2013 warte ich auf Informationen die ich gerne hätte, 4 x geschrieben und aufgefordert nichts tat sich. Persönliches Gespräch in ihrem Büro im April, Zusage erhalten Daten werden geschickt, bis dato nichts erhalten.

Ordnungsamt wird nicht tätig wegen dieser ständigen Singerei, Anzeige nimmt die Polizei nicht auf. Wann kann dem endlich gekündigt werden, wie viele Abmahnungen müssen Mieter bekommen, damit er endlich durch die Hausverwaltung gekündigt wird.

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Guten Morgen,

Ihre Schilderung hört sich ganz und gar nicht gut an.

Dass Sie Lärmprotokolle führen ist hervorragend. Haben Sie die bereits Ihrer Hausverwaltung weitergeleitet?

Warum die Polizei keine Anzeige aufnimmt, ist mir unergründlich. Sie müssten eigentlich eine Anzeige wegen Lärmbelästigung aufnehmen. An Ihrer Stelle würde ich die Polizei immer anrufen, wenn die Musik laut zu hören ist, damit sie verstehen, wie laut das sein kann.

Die Hausverwaltung  ist grundsätzlich verpflichtet gem. §§ 535, 536 BGB (http://dejure.org/gesetze/BGB/535.html, http://dejure.org/gesetze/BGB/536.html) einer störenden Mietpartei wegen der Störung des Hausfriedens gem. § 569  Abs. 2 BGB (http://dejure.org/gesetze/BGB/569.html) fristlos zu kündigen, wenn sie zuvor die störende Mietpartei wirksam abgemahnt haben. Wirksam abgemahnt bedeutet, dass die Hausverwaltung der störenden Mietpartei ihr vertragswidriges Verhalten i.S.v. lautes Musik hören in der Nacht abmahnt. Die Abmahnung muss eine angemessene Frist enthalten, in der die störende Mietpartei die Möglichkeit hat, sein vertragswidriges Verhalten zu bessern. Zudem muss die Abmahnung die Rechtsfolge enthalten, die eintritt, wenn die störende Mietpartei ihr Verhalten nicht bessert. Im Falle des „lauten Musikhörens“, welches einen wichtigen Grund i.S.v. § 543 Abs. 1 BGB (http://dejure.org/gesetze/BGB/543.html) darstellt, wäre eine fristlose Kündigung gem. § 543 i.V.m. 569 Abs. 2 BGB (http://dejure.org/gesetze/BGB/543.html, http://dejure.org/gesetze/BGB/569.html) gerechtfertigt.

Warum Ihre Hausverwaltung nicht tätig wird, ist zweifelhaft. Haben Sie unmittelbar Kontakt zu dem Eigentümer aufgenommen? Eventuell sollten Sie nicht nur die Hausverwaltung, sondern gleich den Eigentümer kontaktieren.

Zudem haben Sie, falls das Verhalten Ihres Nachbarn nicht aufhört, ein Recht auf Mietminderung (inklusive Betriebskosten) i.H.v. 20 Prozent (Amtsgericht Kerpen vom 14.09.1983 - Az.: 3 C 181/83), den Sie gegenüber der Hausverhaltung geltend machen können.

Auch können Sie selbst fristlos kündigen, wenn wie in Ihrem Fall Ihr Vermieter trotz Ihrer ernsthaften Belangen und Beschwerden eine fristlose Kündigung nicht Ihrem Nachbarn zugehen lässt und untätig bleibt.

Es steht Ihnen zudem frei, ob sie eine Klage auf Ausspruch der Kündigung gegen der störenden Mietpartei gegen Ihren Vermieter erheben.

Für weitere Informationen können Sie sich den nachfolgenden Beitrag durchlesen ggf. Ihren Vermieter bitten, sich dies durchzulesen:

http://www.jurarat.de/ausserordentliche-fristlose-kuendigung-des-mietvertrags-wegen-ruhstoerenden-laerm-durch-eine

Zudem haben wir zwei Vorlagen hier eingefügt für den Vermieter, die Sie gerne auch selbst Ihrem Vermieter weiterleiten können:

  • Abmahnung und
  • außerordentliche Kündigung

Wir hoffen, Ihnen damit geholfen zu haben.

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