Mieter zahlt Miete zu spät / nur teilweise trotz Abmahnung

Gespeichert von kerpener am 18. November 2015 - 18:34

Guten Abend,

Ich habe ein Haus vermietet. In der Vergangenheit zahlte die Mieter-Familie die Miete permanent verspätet (s. mein erster Text).

Nachdem ich sie abgemahnt hatte, kam die Zahlung einmal pünktlich und vollständig. Danach wurde der Mieter erwerbslos und das Amt trat für die Miete für ca. 6 Monate ein. Während dieser Zeit kam die Miete erwartungsgemäß vollständig und pünktlich.

Nun kommt das Amt nichtmehr für die Miete auf, weil der Familienvater sich selbständig gemacht hat, und prompt funktioniert es wieder mit der Mietzahlung nicht.

Nachdem die Miete bis letzte Woche nicht einging, schickte ich nochmals ein Einschreiben/ Rückschein mit der letzten Mahnung und mit Androhung der fristlosen Kündigung raus.

Die Zahlungsfrist ging bis heute.

Heute stellte ich fest, dass nur 2/3 der Miete inkl. Nebenkosten ohne Rücksprache und Kommentar überwiesen wurde.

Ich möchte keinen weiteren Kontakt mehr mit den Mietern aufnehmen, da ich es leid bin, mir ständig irgenwelche Ausreden anhören zu müssen.

Wie gehe ich jetzt vor? Noch einmal abmahnen? Anwalt kontaktieren? Wer würde die Anwaltskosten übernehmen?

Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank

der kerpener

Noch keine Bewertungen

Grundsätzlich ist eine Kündigung nur möglich, wenn der Mieter mehr als eine Bruttokaltmiete im Verzug ist. Wenn der Mieter weniger im Verzug ist, sieht es mit einer Kündigung schlecht aus. Da helfen nur Mahnungen mit Mahngebühren. Was die Höhe angeht, so empfehle ich diesen Beitrag über Mahngebühren zu lesen. 

Die deutsche Rechtsprechung ist sehr mieterfreundlich. Mit "Ich möchte keinen Kontakt mit den Mietern aufnehmen" kommen Sie leider nicht weit. Als Vermieter bleibt Ihnen nicht viel mehr übrig. Sie können einen Anwalt einschalten, aber ob der Mieter, der die Miete nicht bezahlen kann, Anwaltskosten bezahlen kann, ist zumindest fraglich.

Hier empfehle ich zunächst eine Haus und Grund Mitgliedschaft. Die haben sehr oft diese Probleme und können vielleicht geeignete Maßnahmen empfehlen. Kostet auch nur 90 EUR im Jahr.

JuraRat Newsletter

Erhalten Sie 1x monatlich unsere kostenlosen Rechtstipps!

Nicht gefunden, was Sie gesucht haben? Hier auf JuraRat kostenlos und schnell Frage stellen!