Mahngebühren

Gespeichert von konfessor am 9. April 2015 - 15:24

Ich hatte bei einem Fitnessstudio Zahlungsprobleme und habe daraufhin Post von einem Anwalt bekommen mit dem ich mich auf Ratenzahlung geeinigt hatte. Die Hauptforderung belief sich auf knapp 840 Euro + 270 Euro wegen der Ratenzahlung. Ich bin zwischenzeitlich in Verzug gekommen, habe mittlerweile 540.80 Euro bezahlt. Heute bekam ich Post von diesem Anwalt, da ich wegen dem Verzugs bis spätestens 21.04.15 einen Gesamtbetrag von 979,00 Euro zahlen soll, da es sonst zur Vollstreckung kommt. Jetzt finde ich es etwas heftig, dass ich mehr zahlen soll als die Hauptforderung war. Zumal ich ja schon 540,00 Euro bezahlt habe. Kann mir einer sagen, ob das rechtens ist?!

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Hallo konfessor,

haben Sie denn vom Anwalt eine Vollstreckungsandrohung erhalten? Und auch ein vorgerichtliches Mahnschreiben?

Die Mahngebühren mit 10,00 EUR scheinen etwas zu hoch zu sein.

Woraus sich Ihre Hauptforderung ergibt, kann ich nicht beurteilen, auf dem Schreiben sind es 839, 5 EUR. Das müssten Sie überprüfen, ob dies so rechtens ist.

Was die Rückbuchungskosten anbelangt:

"Auch hat der Gläubiger ein Schadenersatzanspruch nach §§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 1 S. 1 BGB (http://dejure.org/gesetze/BGB/280.html (link is external); http://dejure.org/gesetze/BGB/241.html (link is external)), wenn der Schuldner nicht gem. des Vertrages nicht für eine ausreichende Deckung seines Kontos gesorgt hat.

Hierbei kommen die Rücklastschriftgebühren, die erst daraufhin entstanden sind, weil das Konto des Schuldners nicht ausreichend gedeckt war. 

Zu den Rücklastschriftgebühren gehören nur die Gebühren, die die Bank selbst erhebt. Die Kosten bei einem Rücklastschriftverfahren, die nach dem Lastschriftabkommen das Kreditinstitut erhebt, beläuft sich auf drei Euro – laut dem Urteil des Oberlandesgericht Koblenz vom 30.September 2010 (Az.: 2 U 1388/09) (http://openjur.de/u/56593.html (link is external)).

Jedoch nicht die Kosten, die dem Gläubiger im Unternehmen bzgl. Personalkosten in der Buchhaltung durch das Rücklastschriftverfahren entstehen. Die Personalkosten und der Sachaufwand in der Buchhaltung gehören nicht zum ersatzfähigen Schaden, weil es um allgemeine Vertragskosten handelt, deren Ersatz nicht vom Schutzzweck der Haftungsnorm umfasst wird."

Diese könnten Sie widersprechen, da diese bei Ihnen mit einmal 35,00 Euro, mal mit 21,00 Euro.

Die Anwaltskosten müssen Sie im Rahmen des Verzuges leider zahlen.

 

Liebste Grüße,

Melanie

Ja, habe ich bekommen Mahn- und Vollstreckungsankündigung. Für mich ist es nur nicht ganz klar wie die Restschuld so hoch ausfallen kann, wenn von der eigentlichen Hauptforderung über die Hälfte schon bezahlt ist. Finde die Rechnung etwas kompliziert und ich kann sie nicht nachvollziehen. Verstehe nicht wie der Anwalt auf diese hohe Summe kommt, wenn schon über 500 Euro bezahlt sind, woraus ergibt sich diese hohe Summe?

Ich würde Ihnen vorschlagen, dem Anwalt zu schreiben und ihn um Erläuterung der Rechnung zu bitten. Da er Ihnen die Rechnung ausgestellt hat, wird dieser am besten wissen, woraus sich die Endsumme ergeben hat - trotz Ihrer bereits getätigten Zahlungen.
 

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