Arbeitgeber zahlt nicht.

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 21. Januar 2014 - 9:43

Guten Tag,

habe am 22.11.2013 bei einer Zeitarbeit Firma (alsTeilzeitkraft) angefangen. Am 15.12.2013 ist ca. die Hälfte der Arbeitsstunden nicht gezahlt worden, sondern auf ein Zeitkonto gegangen. Auf Nachfrage hieß es, es ist normal. Daraufhin habe ich zum 28.12.2014 gekündigt  (habe auch um Auszahlung der Zeitstunden schriftlich eingereicht mit Kopie und Unterschrift).

Habe bis Ende Dezember normal garbeitet. Jetzt am 15.01.2014 sind wieder 25% der Stunden nicht bezahlt worden, sondern auf das Zeitkonto gegangen.

Kann ich jetzt mein Geld sofort verlangen bzw. ist der Arbeitgeber verpflichtet meine gearbeiteten Stunden zu bezahlen ?

Wen ich einen Anwalt einschalte, trage ich die Kosten oder kann ich sie geltend machen?

MFG

Ernest

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Hallo Ernest,

in der Regel muss Ihnen das Geld auf dem Zeitkonto nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit ihrem letzten Gehalt (letzte Gehaltsmitteilung) ausgezahlt werden.

Was steht in Ihrem Arbeitsvertrag bzgl. Zeitkonto etc.?

Haben Sie bei der schriftlichen Anforderung zur Auszahlung eine Frist gesetzt?

VG,

Justus

Einige Zeitarbeitsfirmen haben in ihren Zeitarbeitsverträgen den Zusatz, dass die Überstunden im Arbeitszeitkonto in Form von bezahlten Urlaubstagen ausgezahlt werden oder im Falle einer Erkrankung und somit Fernbleibens von der Arbeit (arbeitsunfähige Erkrankung) als bezahlter Freistellungstag abgerechnet werden.

Waren Sie im Dezember oder November krank geschrieben? Haben Sie Urlaub genommen? Hatten Sie noch Urlaubstage? Wenn ja, könnte da eine Verrechnung stattgefunden haben oder Sie müssten es Ihnen auszahlen. Das müsste auf Ihrem Arbeitsvertrag stehen.

Zu Ihrem Punkt bzgl. des Anwaltes:

Vor den Arbeitsgerichten ist kein Anwaltszwang, d.h. Sie können Ihre Klage selbst erheben bei der zuständigen Stelle im Gericht (Arbeitsgericht - dort gibt es eine Stelle, wo Sie die Klage erheben können und notfalls auch andere Ansprüche geltend machen können (Verzugszinsen)).

Die Klageerhebung selbst kostet nichts. Auch fallen keine Gerichtsgebühren an.

Falls das Urteil gegen Sie entschieden werden sollte, sind Sie als Arbeitnehmer  davor geschützt, die Anwaltskosten der Gegenseite zu tragen. D.h. Sie tragen auch diese Kosten nicht. Wenn Sie gewinnen sollten und sich doch für einen Anwalt entschieden haben, müssen Sie in jedem Fall die Anwaltskosten selbst tragen. Daher können Sie die Kosten des Anwalts nicht geltend machen.

Hierzu können Sie den folgenden Blogeintrag lesen, der sich auch bzgl. der Kosten einer Lohnklage beschäftigt:

http://jurarat.de/was-ist-zu-tun-wenn-der-arbeitgeber-den-lohn-nicht-zahlt

 

Gruß,

Roland

Vielen dank für die Antworten.

Ich hatte weder Urlaub genommen noch hatte ich frei :-(, musste soger am Weihnachten und Neujahr arbeiten. Auf der letzten Lohnabrechnung war nur das Gehalt für Dezember enthalten (wobei nicht mal alles Stunden vom Arbeitsvertrag bezahlt worden sind, es fehlen ca. 25% der Stunden und die sind auf das Zeitkonto gegangen).

Habe zwar bei der Kündigung (und seperat mit Kopie und Unterschrift) um die Auszahlung der Zeitkonto Stunden gebeten, nur ohne Frist. Werde es heute nachholen. Eine woche Frist ist genug, oder ?

Im Arbeitsvertrag wird mit dem Zeitkonto auf den Tarifvertrag verwiesen.

Dürfen Überstunden anstatt bezahlt zu werden auf das Zeitkonto gut geschrieben werden? Dachte das Zeitkonto dient dazu, wenn ich mal einen Tag frei nehmen will (und laut Tarifvertrag muss ich 35 Überstunden für einen Freistellungstag nehmen, von wegen Gleichbehandlung!)

Ist es nicht untersagt im Krankheitsfall Freistunden vom Zeitkonto aufzurechnen?

 

Grüße,

Ernest

 

 

Naja, bei Zeitarbeitsfirmen läuft es etwas anders als bei anderen Firmen. Die Zeitarbeitsfirmen nutzen in der Regel das Arbeitszeitkonto dafür, dass im Falle einer Erkrankung, Urlaub oder Freistellungstag der Arbeitnehmer trotzdem Gehalt erhält. Hier gibt es die Entgeltfortzahlung nicht, die bei Krankheit des Arbeitnehmers zum Einsatz kommt. Der Arbeitnehmer muss einen gewissen prozentualen Ansatz von seinem Gehalt auf das Arbeitszeitkonto übertragen, damit er solche Privilegien genießen kann.

Aber bei einer Kündigung muss die Zeitarbeitsfirma Ihnen das Geld auf dem Zeitarbeitskonto auszahlen. Ich hoffe, dass es nach der Fristsetzung der Arbeitgeber nun Ihnen Ihre Arbeitsstunden zahlen wird. Schließlich sind das gearbeitete Stunden.

Die Frist von zwei Wochen wäre ich sicherlich angemessen als eine Woche. Denn Sie müssen die gesamten verwaltungsrechtlichen Abläufe von der Buchhaltung einplanen. Benennen Sie den Tag genau, wann Sie das Geld spätestens erhalten wollen. Dann entstehen auch keine Probleme bei der Berechnung der Frist.

Grüße,

Roland

Danke für die Hilfe :), habe die Abmahnung mit zwei-wöchigen Frist bestückt und abgegeben.

Das Kuriose ist, dass meine Kündigung nicht bearbeitet worden ist und auch nicht im System stand (nur in der Personalakte).

Der Chef hat mir versichert, dass es noch vor den 2 Wochen mit der Abrechnung etwas wird. Derjenige, der mich betreut hat und sich als Chef augegeben hat, war nur ein Angestellter, der nix zu sagen hatte. Es wird für ihn  Konsequenzen geben, wie auch immer.

Nochmals Danke für die Hilfe :)

Gruß,

Ernest

Das ist doch einmal eine gute Nachricht. Da haben Sie nochmals Glück gehabt bzgl. einer Lohnklage etc. Gut aber, dass Sie vorsichtshalber noch die Kündigung mit einer Frist versehen haben. Im Fall der Fälle sind Sie auf diese Weise gesichert.

Gruß,

Roland

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